Der Schia-Islam 12. „Leser des Wortes“ (2. Aufl.)
Band 12 behandelt das Thema „Leser des Wortes“. Der Mensch des Islam ist nicht nur ein wandelndes, sprechendes und vernünftiges Tier, sondern er ist ein „lebendiger Leser“, der geschaffen wurde, um sich selbst zu ermöglichen, seine verlorene himmlische Position durch das Lesen des Wortes wiederzuerlangen. Diese frohe Botschaft wird ihm ständig durch das koranische Lies-Gebot vermittelt.
Das Wort Gottes bekommt eine so zentrale Bedeutung in der islamischen Offenbarungstheologie, dass nicht nur der Mensch zum „Leser des Wortes“ wird, sondern auch die Engel, der Prophet - und selbst Gott. Der Mensch des Islam ist nicht mehr nur der Hörer des Wortes, sondern er ist der „Leser des Wortes“.
„Leser des Wortes“ ist eine Studie, die versucht, einen gewaltfreien Umgang mit dem Koran als dem „Wort Gottes“ anzubieten und angemessene Zugänge dazu aufzuzeigen. Es geht um die wichtigen Themen wie Paradigmenwechsel: Vom „Hören“ zum „Lesen“, „das Schma-Gebot des Hl. Koran, nämlich „Lies!“ und „der Mensch als Leser des Wortes“.
Diese neue anthropologische Hermeneutik oder hermeneutische Anthropologie beinhaltet auch eine Praxis des Lebens und bietet der Koran- und Schia-Studien folgende Themen an: 1. „Leser des Wortes“. 2. Hermeneutik des Wortes. 3. Am Horizont des Wortes. 4. Die Applikation des Wortes. Diese ist eine Hinführung zu meinem Koran-Kommentar: „Tafsir-ul-Amin“. Diese spricht für einen Paradigmenwechsel, der - im Dialog mit dem Text - : 1. die Kultur des Schweigens zu brechen versucht. 2. Jedem Menschen ermöglicht, den Koran als „Wort Gottes“ zu lesen. 3. Menschen helfen, „Leser des Wortes“ zu werden!
Wir stehen an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter für koranische Studien. Dadurch entdecken die Menschen den Hl. Koran wieder, und er und das Verständnis seiner Botschaft wird dem Leser (bzw. der Leserin) frischer, lebendiger und dynamischer begegnen. Ein wichtiger Grund für dieses Phänomen ist der koranische Appell, dass man den Text liest und seine Botschaft ohne Vorurteile und Missverständnisse versteht. In diesem Sinne sagt der erhabene Schöpfer: „Lies!“ (Hl. Koran 96:1) Und so wird der Mensch zum „Leser des Wortes“ Gottes.
Das ist ein Verstehenlernen, das auch zur Selbstkenntnis führt, denn im Lichte des Koran entdeckt man sich wieder und nimmt sich als „Leser des Wortes“ wahr.
Wir tun dies in der Überzeugung, um in den Menschen ein starkes gewaltfrei-hermeneutisches Interesse zu wecken und sie auf ihre eigene Identität als „Leser des Wortes“ aufmerksam zu machen.
Diese Verstehenslehre bzw. diese neue anthropologische Hermeneutik, die auch eine Lebenspraxis mit sich bringt, will der Koranforschung und den Schia-Studien lebendige Themen anbieten.






