Der Schia-Islam 14. Am Sinnhorizont des Wortes (2. Aufl.)
Band 15: Das Gebet ist transzendentes Mittel und ein Weg des Gläubigen, die Nähe Gottes zu erreichen; und es ist der eigentliche Kern des Gottesdienstes. Durch das Gedenken Gottes wendet sich das Herz des Menschen freiwillig Gott zu. Um das Wesen des Gebets besser verstehen zu können, werden wir einige Fragen stellen, wie unter anderem die folgenden:
- Was ist der eigentliche Kern des Gebets?
- Welchen Sinn hat das Gebet eigentlich?
- Welches Verhalten bewirkt, dass das Gebet erhört wird?
Während dieser Studie werden die Werten Leser die folgenden Errungenschaften bzw. Charakteristiken des Gebets erfahren:
- Das (rituelle Pflicht-)Gebet als transzendente Offenbarung ist ein Thema, aber auch die Situationsbeschreibung für jeden, der zu beten anfängt.
- Jeder Betende fragt nach der Anwesenheit Gottes und die Art, wie er sie spüren und erfahren kann.
- Gemeinsam mit allen Geschöpfen preist der Betende den erhabenen Schöpfer: „Was in den Himmeln und was auf Erden ist, preist Allah.“ (Heiliger Koran 57:1)
- Um diese Erfahrung im Leben zu vergegenwärtigen, wiederholt der Betende die ehrwürdigen Namen und Eigenschaften des Schöpfers, die auch Tore zu seinem Wesen sind.
- Das Gebet ist der Maßstab des Glaubens, und „wenn dies akzeptiert wird, so werden die anderen Gottesdienste auch akzeptiert, und wenn dies abgelehnt wird, werden auch alle anderen Gottesdienste abgelehnt“. (Al-Kulaini, Muhammad ibn Yaqub (Thiqat-ul-Islam): Usul-ul-Kafi. Islamiyeh, Teheran/Iran, 1982, Bd. 3, S. 268. Madschlisi, M. B. (Allama): Bihar-ul-Anwar. Moassasah al-Wafa, Beirut/Libanon, 2;1982, Bd. 7, S. 267)
"إن قُبِلَت، قُبِلَ مَا سِوَاهَا و إن ردّت، ردّت ما سواها."
- Es ist auch des Propheten Augenlicht, da er - wie es in einem Hadith steht - sagte: „Das Licht meines Auges steht im Gebet“. (M. B. (Allama): Bihar-ul-Anwar. Moassasah al-Wafa, Beirut/Libanon, 2;1982, Bd. 76, S. 141)
"نُورُ عَینِی فِی الصَّلاة".
- Es ist insbesondere eine Notwendigkeit für den Reisenden auf dem Heilsweg. Auf seiner Pilgerreise und auf dem Heilsweg zum Geliebten benötigt der Reisende häufiges Gebet.
- Wahrhaft glauben kann nur der, der durch die Transzendente Offenbarung seinen Schöpfer durch das Herz erfährt.
- Die Liebe zum Schöpfer führt den Gläubigen auf den Weg zur absoluten Vollkommenheit und zur Erfahrung der Anwesenheit Gottes.
- Der Betende weiß um seine Bedürftigkeit und um seine Abhängigkeit von Gott, dem Schöpfer aller Dinge.
- So wird sowohl das Gebet als auch das alltägliche Leben des wahrhaft Betenden selbst eine Transzendente Offenbarung, die zur Gegenwart Gottes führt.
In allen Religionen wird gebetet, aber im Islam wird viel mehr als in anderen Religionen gebetet. Im Islam haben wir zwei Arten von Pflichtgebeten.
- Rituelle Pflichtgebete.
- Rituelle empfohlene Gebete. (Es gibt auch viele Arten des Bittgebets im Islam, die extra in einem Band behandelt werden sollen.)
Mit Pflichtgebeten sind z.B.:
- die fünf täglichen Gebete (Früh-, Mittags-, Nachmittags-, Abend- und Spätabend -, Gebet).
- das Gebet bei Naturphänomenen (Salat-ul-Ayat).
- das Gebet nach dem siebenmaligen Umkreisen der Kaaba (Tawaf).
- das Totengebet (Salat-ul-Mayyet).
Die freiwilligen Rituellgebete (bzw. Ritualgebete), die zu verschiedenen Anlässen im Verlauf des Tages oder in der Nacht zu verrichten sind, sind aber viel. Das Ritualgebet wird fünfmal täglich verrichtet:
- in der Stunde vor Sonnenaufgang.
- am Mittag.
- am Nachmittag.
- nach Sonnenuntergang.
- bei Einbruch der Nacht.
Der Schia-Islam fasst die äußere und innere Dimension des Anbetens gleichermaßen ins Auge. Unsere Gebete (und unsere religiösen Handlungen) beinhalten drei Dimensionen, die insbesondere beim Verrichten des Gebets mitberücksichtigt werden sollen, nämlich:
- Gesetze (Ahkam).
- Verhaltensregeln (Aadab).
- Geheimnisse (Asrar).




























