Der Schia-Islam 17. Gewaltfreie Anschauung

Der Schia-Islam 17. Gewaltfreie Anschauung

Printed Book
Autor
Prof. Dr. Hamid Kasiri
Herausgeber
ILogos, Wien & Qum.
Sprache
Deutsch
Beschreibungen
Bd. 17: Seitenanzahl 243 / 1. Auflage / ISBN 978-3-99149-154-5 / E-ISBN 978-3-99149-155-2 (E-Book) / Erscheinungstermin 11.12.2025 / Höhe: 21 / Breite: 14.5 / Tiefe: 2 cm / Gewicht: 330 gr. / Dateigröße 323 kByte / €33.
€33,00

Band 17: Diese Studie möchte die schiitische gewaltfreie Anschauung bezüglich der Bewahrungsstellen und der Erfahrungsstätten der Gewaltfreiheit (und die Überlegungen dazu) in einigen Problembereichen und in jeweils einem eigenen Kapitel, nämlich:

  1. „Textrechte“,
  2. gewaltfreie Dialog,
  3. gerechte Friede,
  4. Religion und Gewaltfreiheit,
  5. Gewaltfreie Koranhermeneutik,
  6. Warum Zuflucht zur Gewalt,
  7. Die historisch-kritische Koranhermeneutik,
  8. Weltordnung und Gewaltfreiheit,

zu verdeutlichen. In jedem Kapitel und in jedem Buch werden die durch die „gewaltfreie Hermeneutik“ gewonnenen Einsichten und Ergebnisse weiter erweitert, systematisiert und vertieft. Alle Themen dieser Studie - wie auch alle islamischen Fächer - ergänzen sich wechselseitig und widersprechen sich nicht. Basierend auf der schiitischen Denkschule, weisen alle Bände dieser gewaltfreien Reihe einen mystischen Zug auf und sind vom spirituellen Geist durchdrungen. Schiitische Lehren gründen sich u.a. auf die Idee der Einheit des Wissens, die sie erfüllen, und denen es in islamischen Systemen keine Widersprüche, sondern nur verschiedene Ausdrucksformen einer und derselben Wahrheit geben kann.

In weiteren Kapiteln werden das gewaltfreie Denken im Hinblick auf die „Textreche“, den Dialog und das gerechte friedliche Leben aus schiitischer Perspektive kurz dargestellt. Es wurde auch an einer Systematisierung einer über Gewalt aufklärenden koransystematischen Hermeneutik (aus der der Sicht des Schia-Islam) gearbeitet. Nach der Erörterung der Grundlagen unseres gewaltfreien Lebens in der Welt, werden einige Probleme vorgestellt, mit denen sich die Menschheit heute auseinandersetzen muss, wenn sie friedlich weiterleben - bzw. überhaupt leben - will. Die Behandlung der genannten Themen und wirkungsvolle Aktionen sind nicht aus bloßer Neugier geschehen, sondern vor allem deshalb, weil:

  1. man sich einfach verpflichtet fühlte, eine aktuelle religiöse Verstehenslehre zu entwickeln.
  2. man davon überzeugt war, dass bei der Verkündigung der wahren Religion auch Klarheit über den Wert des gerechten Friedens und der Gewaltfreiheit herrschen muss.
  3. in den wissenschaftlichen Diskussionen über Gewaltfreiheit die schiitische gewaltfreie Theorie und Praxis - bzw. der schiitische Gewaltfreiheitsdiskurs - kaum bekannt waren.

Diese drei Motivationen gaben uns bei der Darstellung der Themen die Kraft, um:

  • verschiedene Akzente auf Probleme zu setzen, die unseren Alltag mitbestimmen.
  • nach Leuten zu suchen, die Durst nach Gewaltfreiheit haben.
  • den Durst nach Gewaltfreiheit (einigermaßen) zu stillen.
  • Sie als Normgrundlage des Lebens darzustellen und sie im Leben zu verankern.

Dazu benötigt man aber Geduld, Ausdauer, nachhaltige Gespräche und Forschungen, da unsere Studie sonst nicht verwirklicht worden wäre. So kann man die Ergebnisse dieser Studie als die Entwicklung und den Ausbau einer Theologie des gerechten Friedens und Theologie der gerechten Verteidigung vorstellen, die ausdrücklich und eindringlich die schiitisch begründete „gewaltfreie Hermeneutik“ erfahrbar macht, mit dem nachdrücklichen Hinweis darauf, dass diese Sicht und diese Prinzipien einen Teil einer jeden schiitischen „Theologie des Lebens“ darstellen. Ich hoffe, dass im Lichte dieser Studie das Thema des gewaltfreien Denkens des Schia-Islam ins klare wissenschaftliche und theologische Bewusstsein getreten ist. Das Thema ist so wichtig, dass man ohne Übertreibung sagen kann, dass es weithin das politische, soziale, philosophische und theologische Thema der Stunde ist. Darum darf es in großer Lebendigkeit und Anteilnahme behandelt und in einem oft leidenschaftlichen Pro und Kontra diskutiert werden. Um diese Ziele erreichen zu können, soll diese Lehre in zwei Praxisbereichen etabliert werden, nämlich in der Politik und in der Wirtschaft, was im folgenden Teil behandelt werden soll.