Der Schia-Islam 18. „Textrechte“ (1. Aufl.)

Der Schia-Islam 18. „Textrechte“ (1. Aufl.)

Printed Book
Autor
Prof. Dr. Hamid Kasiri
Herausgeber
ILogos, Wien & Qum.
Sprache
Deutsch
Beschreibungen
Bd. 18: Seitenanzahl 249 / 1. Auflage / ISBN 978-3-99149-157-6 / E-ISBN 978-3-99149-004-3 (E-Book) / Erscheinungstermin 11.12.2025 / Höhe: 21 / Breite: 14.5 / Tiefe: 2 cm / Gewicht: 320 gr. / Dateigröße 291 kByte / €33.
€33,00

Band 18: „Text Rights International“ ist ein Internationales Projekt für gewaltfreien Umgang mit den hl. Texten und will Menschen auf der ganzen Welt mit den „Textrechten“ vertraut machen. Dieses Projekt will Gruppen von engagierten Fachleuten in der Art einer NGO dafür gewinnen, um vorerst in einem globalen Horizont Gewalt gegen die hl. Texte zu verringern: Gewalt im Lesen, Verstehen, Auslegen und in praktischer Anwendung mit dem Text. Vor Allem soll man auch die Vermeidung der Gewalt, durch die Instrumentalisierung der hl. Texte im Umgang mit Menschen und zugunsten der Gewalt betonen.

Das Markenzeichen der „Textrechte“, die durch unsere Methodik den LeserInnen gewidmet wird, scheint die Erfahrung des Verstehens zu sein, das nicht so sehr im bloßen Verstehen und Interpretieren verankert ist, sondern vielmehr mit dem Streben nach Gewaltüberwindung verbunden ist, die:

1. dem Text seine Rechte gibt („Textrechte“).

2. Menschen auf ihre Pflichten dem Text gegenüber aufmerksam macht (Verantwortung).

3. dem gewaltfreien Denken eine Hermeneutik anbietet, die niemandes Besitz allein ist (Befreiung).

4. die Universalität und Partikularität des gewaltfreien hermeneutischen Denkens Hand in Hand weitergibt (Kommunikativ).

Die heiligen Texte der Offenbarungsreligionen werden - anstatt ein Zeichen der Liebe Gottes zu sein - leider immer wieder zur Legitimation von Gewalt verwendet. Abgesehen von einer stets möglichen politischen Instrumentalisierung heiliger Texte, stellt sich angesichts dieser Praxis die Frage nach den Rechten der Texte, also den „Textrechten“, die einer solchen Gewaltlegitimierung Widerstand entgegensetzen, die aber zurzeit (noch) nicht vorliegen.

Wegen diesem Mangel können wir der Praxis der Gewaltlegitimierung nicht richtig entgegenwirken und keine geeigneten Friedensprojekte darstellen. Um gegenüber den gewaltlegitimierenden Zugängen Widerstand zu leisten, benötigt man eine Verstehenslehre bzw. eine Hermeneutik.

Die Studie wird dazu beitragen, Grundzüge einer solchen Hermeneutik zu entwickeln und für die pädagogisch-hermeneutische Praxis fruchtbar zu machen. Sie führt in den Diskurs des Gewaltbegriffs ein und reflektiert die aktuelle gewaltlegitimierende Praxis im Umgang mit hl. Texten. „Textrechte“:

  1. analysieren gesellschaftliche Konsequenzen der Gewalt.
  2. formulieren die Bedeutung und Würde heiliger Texte in der schiitischen religiösen Tradition.
  3. entwickeln Grundzüge eines gewaltfreien Verständnisses der Texte, nämlich eine „gewaltfreie Hermeneutik“.

Diese Studie beschäftigt sich mit einem neuen Wissenschaftsgebiet. Da sie sich in Forschung und Lehre mit dem Lehren und Lernen von „Textrechten“ befasst, ist sie die Wissenschaft vom philosophischen und hermeneutischen Lernen. Darum versucht sie sich als eigene Subeinheit in einer Universität zu institutionalisieren.

Im Anschluss daran werden „Textrechte“ in ihrer grundsätzlichen Struktur entfaltet. Und schließlich wird sie so gesehen, wie es sich unter dem besonderen Aspekt der schiitischen Hermeneutik zeigt.

Diese Theoriebildung kann in der theologischen Arbeit als Horizonterweiterung dienen, hat und will (in ihren weiteren Entwicklungen) Module für die Bildungsarbeit erstellt/erstellen, um das hermeneutische Interesse auch von Angehörigen der Offenbarungsreligionen zu fördern.

Mit einem kleinen Vorwort schildert diese Studie die gewaltfreie Zusammenarbeit hinsichtlich der „Textrechte“, und behandelt dann das wichtige Thema „Textrechte“ und die Rechte der heiligen Texte. Gewaltdiskurs und „Textrechte“, verantwortliches Textverständnis und die Ehre/Würde des Textes sind die weiteren Bausteine diese Studie. Da Gewalt und gewaltlegitimierende Zugänge zum Text eine wichtige Komponente der „Textrechte“ sind, wird Gewalt als eine Süd-Nord Problematik dargestellt. Der Kontext von „Textrechten“ und die hermeneutische Implikation der „Textrechte“ runden unsere Expedition in der Welt der „Textrechte“ ab.